Der Weserkurier am 17.01.2026 meldet: „Wenn es nach dem Senat geht, ist das Klinikum Links der Weser Ende 2029 Geschichte“

Jürgen Theiner berichtet in einem ausführlichen Artikel im Weserkurier am 17.1.2026 über die neuesten Entwicklungen am Klinikum LdW in Bremen. Er berichtet auch über das Volksbegehren und die kommende Übergabe der Unterschrift an das Statistische Landesamt. 

Bremen. Wie geht es weiter am Krankenhausstandort Obervieland? Dazu gibt es in diesen Tagen widerstreitende Signale. Während der kommunale Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) bereits an Anschlusslösungen für die Zeit nach der geplanten Schließung des Klinikums Links der Weser (LdW) arbeitet, vermeldete die Initiative für den Erhalt des Krankenhauses am Freitag einen ersten Etappenerfolg. Sie hat die notwendigen Unterschriften für ein Volksbegehren beisammen.

Der Senat hatte im September 2023 – gegen heftigen Widerstand der Stadtteilpolitiker im Bremer Süden – das Aus für das LdW beschlossen. Die damit einhergehende Reduzierung von vier auf drei Klinikstandorte (Mitte, Ost, Nord) soll einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Geno liefern, vor allem durch Kapazitätsabbau im stationären Bereich. Rund 500 ihrer aktuell etwa 2000 Planbetten will die Gesundheit Nord in den kommenden Jahren einsparen. Die Herzmedizin, die derzeit das medizinische Kernstück des LdW darstellt, soll bis Ende 2029 auf das Gelände des Klinikums Mitte umgesiedelt werden.

Um der Stadtteilpolitik in Obervieland und umzu ein Stück weit entgegenzukommen, hatten Senat und Geno den Schließungsbeschluss mit der Ankündigung verbunden, ein ambulantes Angebot als medizinische Basisversorgung am alten LdW-Standort auf- und auszubauen. Schon heute gibt es dort mehrere Praxen niedergelassener Ärzte in den Bereichen Pränatalmedizin, Radiologie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, außerdem ambulante Angebote der Geno-Tochter „MVZ Fachärztezentrum Hanse GmbH“ in den Bereichen Augenheilkunde, operative Gynäkologie und Anästhesie. Im laufenden Jahr soll eine weitere Praxis für nicht operative Gynäkologie und für Proktologie (Behandlungen des Enddarms) hinzukommen. Ob diese Angebote ausreichen, damit ein künftiges ambulantes Ärztezentrum von der Bevölkerung tatsächlich als attraktives Angebot wahrgenommen wird, muss sich zeigen.

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Für die Initiative zum Erhalt des LdW sind solche ambulanten Behandlungs- und Beratungsangebote kein adäquater Ersatz für ein leistungsfähiges Akutkrankenhaus, wie es in Obervieland seit 1968 besteht. Seit April hat die Gruppe Unterschriften gesammelt, um ein Volksbegehren zum Erhalt des Klinikums in Gang zu bringen – offenbar mit Erfolg. Im Gespräch mit dem WESER-KURIER sagte Mitinitiator Roman Fabian, es hätten sich insgesamt mehr als 30.000 Unterzeichner mit der Forderung der Initiative solidarisiert, darunter auch Bewohner der angrenzenden niedersächsischen Gemeinden.

Für den Antrag auf ein Volksbegehren zählen allerdings nur Unterschriften von in Bremen ansässigen Personen, die mindestens 16 Jahre alt sein müssen. Roman Fabian geht davon aus, dass das notwendige Quorum für die Zulassung eines Volksbegehrens (6000 gültige Unterschriften) dennoch weit übertroffen wurde.

Sobald die Namenslisten Ende nächster Woche übergeben sind, ist das Statistische Landesamt am Zug. Es prüft zumindest stichprobenartig die Echtheit und Gültigkeit der Unterschriften. Ist diese Hürde genommen, kann die Initiative ein Volksbegehren zum Erhalt des Klinikums einleiten. Hierfür bräuchte es gut 23.000 Stimmen. Wird auch dieses Quorum erreicht, muss sich die Bürgerschaft zu der Forderung nach einem Erhalt des LdW verhalten. Lehnt das Parlament sie ab, kommt es zu einem Volksentscheid.

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