Der Weser Kurier hat eine eigene Umfrage bei Infratest dimap in Auftrag gegeben mit der Frage: „Das Bremer Klinikum Links der Weser soll aus Kostengründen geschlossen und in ein Ärztezentrum für ambulante Behandlungen umgewandelt werden. Dortige Fachabteilungen würden in das Klinikum Bremen-Mitte umziehen, das künftig ein Krankenhaus mit Maximalversorgung wäre. Sind diese Pläne aus Ihrer Sicht sinnvoll oder nicht?“ Mehr als jeder Zweite (57 Prozent) sagt Nein: „nicht sinnvoll“. Knapp weniger als ein Drittel (31 Prozent) bewertet das Aus als „sinnvoll“.
„Das ist“, so der Weser Kurier, „ein interessantes Ergebnis angesichts der jüngsten Entwicklung: Anfang Februar hat eine Initiative aus Betriebsräten, Beschäftigten und anderen Unterstützern zum Erhalt des LdW die notwendigen Unterschriften für ein Volksbegehren zusammenbekommen. Je nachdem, wie es weitergeht, kann am Ende auch ein Volksentscheid stehen, gekoppelt etwa an die Bürgerschaftswahl 2027. Hierbei würden die Bremerinnen und Bremer über die Zukunft des Klinikums entscheiden. So, wie am 26. Mai 2019: Damals waren die Wahlberechtigten per Volksentscheid aufgerufen, ihre Stimme für oder gegen eine Wohnbebauung auf der Galopprennbahn abzugeben.“ […]
„Die Pläne für eine ambulante medizinische Versorgung nach dem LdW-Aus sind bereits angelaufen: Nach Vorstellungen der Behörde von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) sollen mehrere bereits ansässige Facharztpraxen zu einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) ausgebaut und um weitere Angebote ergänzt werden. Der SPD-Unterbezirk fordert mehr: ein „Primärversorgungszentrum“ unter anderem mit Haus- und Kinderärzten sowie Psychotherapeuten und eine Notdienstpraxis, die täglich rund um die Uhr geöffnet ist.
Barbara Garczorz sieht großen Bedarf für ein Ärztezentrum im Stadtteil. „Die Versorgung ist nicht gut hier. Die Menschen müssen Antworten vor Ort finden, gerade auch für eine Notfallversorgung.“ Sie ist Anwohnerin und arbeitet als Pflegekraft in der Kinderintensivmedizin, 2022 ist sie mit der Geburtshilfe vom LdW ins KBM umgezogen. „Die Versorgung in Mitte ist gut, gerade auch mit der großen Notaufnahme“, betont sie. Als Problem sieht sie die Parkplatzsituation, auch für die Beschäftigten, die hinzukämen. „Viele kommen aus dem Umland und sind auf das Auto angewiesen“, betont sie. Das Aus des LdW bedauere sie sehr, „vielleicht ist auch ein bisschen Sozialromantik dabei“.
„Wenn ein Krankenhaus schließen muss, ist das nie schön, das hat Auswirkungen auf die Versorgung“, sagt Gerhard Glockzin. „Gleichzeitig gibt es auch das Problem der steigenden Kosten in der Gesundheitsversorgung.“ Ob die Schließung der richtige Weg sei und ein MVZ als Ersatz eine Lösung? „Es wurde schon einiges herumexperimentiert, im Grunde ist das eine Operation am offenen Herzen“, sagt Glockzin zu den Plänen.“
Der vollständige Artikel aus dem Weser Kurier v. 25.03.2026 hier.