Am 21.02.2026 druckte der Weser Kurier zwei sehr lesenswerte Leserbrief ab.
Klinikum erhalten
Aus meiner ärztlichen Sicht sollte das Klinikum Links der Weser (LdW) erhalten bleiben, weil wir für Bremen und umzu mindestens so viele Kliniken brauchen, wie wir derzeit haben. Seit 1983 wurden die Liegezeiten im Krankenhaus immer kürzer. Damals waren 21 Tage Liegezeit üblich, heute zum Beispiel bei einer Lungenentzündung nur noch vier Tage, was zu Rückfällen führt. Die Verlegung der Kardiologie nach Mitte sehe ich ebenfalls kritisch. Es ist alles so eng im Viertel, keine Parkplätze und dann ständig die Notarztwagen mit Alarm und die Rettungshubschrauber, die das ganze Viertel stören bei Tag und Nacht. Wir brauchen auch Klinikbetten zur Gesundung, und im Grunde dürfte es aus hygienischen Gründen nur Einzelzimmer geben. Auch davon sind wir weit entfernt. Das Klinikum LdW wird gebraucht! Die Kardiologie ist da besser untergebracht als in Mitte.
Viola Bacher, Bremen
Eine Beruhigungspille
Es wird die Frage erörtert, welche Nachfolgelösung für das LdW ab 2029 angestrebt wird. Der SPD-Unterbezirk hat ein „Primärversorgungszentrum“, inklusive einer sieben Tage die Woche rund um die Uhr geöffneten Notdienstpraxis, und ein Medizinisches Versorgungszentrum mit Arztpraxen vorgeschlagen. Das Modell geht über die Vorstellungen der Geno und der Senatorin hinaus. Diese Vorschläge waren zu erwarten, da der Widerstand der Bevölkerung im Einzugsgebiet der Klinik gegen die Schließung des LdW ungebrochen ist. Dafür spricht die enorme Zustimmung zum Volksbegehren!
Also muss die Politik angesichts des kommenden Wahlkampfes mehr anbieten. Aber ist der Vorschlag der SPD realistisch? Der Erwerb von Facharztpraxen ist enorm kostspielig und muss von Krankenkassen und Kassenärztlicher Vereinigung genehmigt werden. Eine ständig geöffnete Ambulanz erfordert mindestens zwölf Vollzeitstellen von Fachärzten zuzüglich Diagnostik, Labor und nichtärztliches Personal. Kosten: mehr als vier Millionen Euro pro Jahr. Und diese Kräfte sind nicht verfügbar. Was soll also ein solcher Vorschlag? Eine Beruhigungspille gegen den erheblichen Verlust von Versorgungssicherheit für 180.000 Bewohner des Einzugsgebiets? Dann kann man doch sehr viel einfacher das LdW erhalten, sinnvoll und kostengünstig sanieren, Rettungsmittel dort belassen und ein bedarfsgerechtes Versorgungskonzept aufstellen! Das LdW war wirtschaftlich immer erfolgreich und könnte es auch in Zukunft sein.⇒
Hans-Georg Güse, Bremen