„Sie lieben, was sie tun“ – Zur Berichterstattung über die geplante Schließung des Klinikums Links der Weser

Ein Leserbrief von Alexander Strübing
Klinikum Links der Weser, bekannt als LdW: War da nicht etwas? Verlegung zum Klinikum Bremen-Mitte? Der Widerstand eines ganzen Stadtteils und eine Auseinandersetzung mit der Behörde? Von all dem habe ich nichts wahrgenommen, als ich dort war. Ich war Patient, nein, ich war Special Guest, ich war VIP, in einem Dreibettzimmer, belegt mit ziemlich alt gewordenen Männern, die rund um die Uhr von außergewöhnlichen Schwestern betreut wurden. Hoch konzentriert wurde auf Fragen reagiert, und wenn der rote Knopf gedrückt worden war, wurde spätestens nach 20 Sekunden geschaut. Und alles mit einem Lächeln. Trotz des Teufels Zeit wurde sich Zeit genommen für einen Plausch, der manchen so wichtig ist. Kaum nachvollziehbar, ist doch Station 23 einer enormen Fluktuation ausgesetzt. Viele Patienten sind kaum länger als vier Tage dort. Und alle sind für diese Schwestern Special Guests, alle. Welch ungeheure Energie ist notwendig, um sich auf die Unterschiede menschlichen Seins einzustellen?

„Ja, wir lieben das, was wir hier tun“, war zu hören, es sei wertvolle und notwendige Arbeit in einem wunderbaren Team. „Wir sind hier zu Hause.“ „Und würden Sie denn mit zum Klinikum Mitte umziehen?“, fragte einer der Patienten. Unisono war die Antwort: Nein.

Ich bin in Kliniken übrigens Ärzten und Ärztinnen aus Libyen, aus Albanien, aus Ägypten, aus Griechenland und dem Kosovo begegnet. Kaum vorstellbar, was geschehen würde, wenn diese Menschen Deutschland verlassen würden. ⇒

Alexander Strübing, Bremen

Quelle: Weser Kurier v. 08.08.2026

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