Pressemitteilung: Gesundheitszentrum ist gut für Obervieland – ersetzt aber kein Notfallkrankenhaus

Roman Fabian: Klinikum Links der Weser erhalten, sanieren und Fehlentscheidung zur Verschmelzung stoppen

Bremen, Juni 2026

Zur Eröffnung des Gesundheitszentrums Süd erklärt Roman Fabian:

„Das neue Gesundheitszentrum ist eine gute Nachricht für Obervieland. Jede Verbesserung der ambulanten Versorgung ist wichtig. Aber ein Gesundheitszentrum ist kein Krankenhaus. Es kann kein Notfallkrankenhaus ersetzen – und auch ein zusätzliches Medizinisches Versorgungszentrum kann das nicht.“

Ein Gesundheitszentrum kann Sprechstunden, Beratung, Diagnostik und ambulante Behandlungen anbieten. Was es nicht leisten kann, ist die sichere Versorgung rund um die Uhr: Notaufnahme, Intensivmedizin, Herzmedizin, stationäre Akutversorgung, komplexe chirurgische Eingriffe sowie die Behandlung schwer erkrankter Patientinnen und Patienten.

„Wer den Menschen erzählt, ein Gesundheitszentrum könne das Klinikum Links der Weser ersetzen, macht ihnen etwas vor. Für Obervieland mit Kattenturm, Kattenesch, Arsten und Habenhausen, für Huchting mit Grolland, Kirchhuchting, Mittelshuchting und Sodenmatt, für die Neustadt, Woltmershausen, Rablinghausen, Seehausen und Strom sowie für die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger aus Brinkum, Stuhr, Weyhe und dem niedersächsischen Umland braucht es weiterhin ein leistungsfähiges Krankenhaus mit umfassender Notfallversorgung. Das Klinikum Links der Weser ist und bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil der gesundheitlichen Infrastruktur im Bremer Süden und weit darüber hinaus.“

Nach Auffassung von Roman Fabian gibt es zur Sanierung des Klinikums Links der Weser weder medizinisch, politisch noch wirtschaftlich eine vernünftige Alternative.

Medizinisch ist das LdW unverzichtbar, weil es im Bremer Süden zentrale Versorgungsaufgaben erfüllt. Dazu gehören insbesondere die Notfallversorgung, die Kardiologie und Herzmedizin, die Innere Medizin, die Allgemein- und Viszeralchirurgie, die Intensivmedizin sowie weitere spezialisierte Leistungsgruppen. Diese Leistungen lassen sich nicht einfach durch ambulante Strukturen ersetzen.

Politisch ist der Erhalt des LdW notwendig, weil die Menschen im Bremer Süden Anspruch auf eine sichere und wohnortnahe Krankenhausversorgung haben. Das erfolgreiche Volksbegehren hat deutlich gezeigt, dass eine große Zahl von Bürgerinnen und Bürgern den Erhalt des Standortes unterstützt.

Die Unterstützerinnen und Unterstützer des Volksbegehrens kommen dabei nicht nur aus den unmittelbar angrenzenden Stadtteilen, sondern aus ganz Bremen, Bremerhaven und dem Umland. Dies verdeutlicht, dass das Klinikum Links der Weser längst nicht nur eine lokale Einrichtung für Obervieland ist, sondern ein zentraler Versorgungsstandort für den gesamten Bremer Süden und die angrenzenden niedersächsischen Gemeinden. Seine Bedeutung reicht weit über die Stadtteilgrenzen hinaus.

Wirtschaftlich wird die geplante Verschmelzung des Klinikums Links der Weser mit dem Klinikum Bremen-Mitte durch die aktuellen Veränderungen der Krankenhausfinanzierung zunehmend fragwürdig. Die von der Bremer Krankenhausgesellschaft benannten Mindereinnahmen von bis zu 105 Millionen Euro für die Krankenhäuser im Land Bremen sowie die bundesweit erwarteten Belastungen durch die aktuellen Änderungen der Krankenhausfinanzierung verschärfen die finanzielle Lage erheblich.

Besonders betroffen wären Krankenhäuser mit hohen Vorhaltekosten, großem Notfallaufkommen und personalintensiven Leistungsbereichen. Für die Gesundheit Nord ergeben sich daraus erhebliche Risiken. Gleichzeitig würden teure Strukturmaßnahmen, Neubauten, Ergänzungsbauten, Verlagerungen und organisatorische Umstellungen zusätzliche finanzielle Belastungen verursachen.

Hinzu kommt ein grundlegender Widerspruch der aktuellen Gesundheitspolitik: Einerseits fordert die Krankenhausreform mehr Spezialisierung, Vorhaltekapazitäten und Versorgungssicherheit. Andererseits werden den Krankenhäusern genau die finanziellen Mittel entzogen, die für diese Transformation notwendig wären.

„Man kann Krankenhäuser nicht finanziell austrocknen und gleichzeitig behaupten, eine teure Verschmelzung sei der richtige Weg. Das passt nicht zusammen. Die logische Konsequenz lautet: Das Klinikum Links der Weser muss am Standort bleiben und schrittweise saniert und modernisiert werden.“

Die eigentliche Kernfrage lautet aus Sicht der Initiative daher nicht, ob eine Verlagerung technisch möglich wäre, sondern welche Lösung wirtschaftlich vernünftiger ist: die Verlagerung des gesamten Krankenhausstandortes oder dessen Sanierung und Modernisierung am bestehenden Standort.

Eine abschnittsweise Sanierung bietet erhebliche Vorteile:

  • Erhalt eines vollwertigen Krankenhausstandortes im Bremer Süden
  • Sicherung der wohnortnahen Notfallversorgung
  • Erhalt der Herzmedizin und weiterer spezialisierter Leistungsgruppen
  • Vermeidung hoher Umzugs-, Verlagerungs- und Integrationskosten
  • Geringere Risiken für Beschäftigte und Patientinnen und Patienten
  • Anpassungsfähigkeit an die neuen Leistungsgruppen der Krankenhausreform
  • Verteilung der Investitionskosten über einen längeren Zeitraum

Besonders kritisch erscheint die Situation in der Notfallversorgung. Durch die Verlagerung des LdW würden erhebliche zusätzliche Patientenzahlen am Klinikum Bremen-Mitte konzentriert. Bereits heute zählt die Notfallversorgung zu den defizitärsten Bereichen des Krankenhauswesens. Eine weitere Konzentration würde die organisatorischen, medizinischen und finanziellen Probleme dort voraussichtlich zusätzlich verschärfen.

Auch die freigemeinnützigen und privaten Krankenhäuser geraten zunehmend unter Druck. Betroffen wären insbesondere das Rotes-Kreuz-Krankenhaus mit seinen Schwerpunkten in der Rheumatologie, Schmerzmedizin, Gefäßmedizin, Kardiologie, Nephrologie, Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie sowie die Roland-Klinik, das DIAKO, das St.-Joseph-Stift, die Paracelsus-Klinik und die AMEOS-Einrichtungen.

Gerade das Rotes-Kreuz-Krankenhaus und die Roland-Klinik stehen vor der Herausforderung ihrer geplanten Zusammenführung. Zusätzliche Belastungen durch die neuen Finanzierungsregelungen könnten diese Entwicklung erheblich erschweren und langfristig sogar die wirtschaftliche Stabilität dieser Häuser gefährden.

Roman Fabian verweist in diesem Zusammenhang auch auf die aktuelle Entwicklung in Hamburg:

„Offensichtlich sind insbesondere die Hanseatinnen und Hanseaten durchaus in der Lage, politische Fehlentscheidungen durch Volksentscheide zu korrigieren. Nicht, dass Bremen und Bremerhaven für die eigene Gesundheitsversorgung eine Orientierung aus Hamburg benötigen würden. Es schadet aber sicherlich nicht, zur Kenntnis zu nehmen, wie demokratische Beteiligung funktioniert und welchen Stellenwert der Wille der Bevölkerung bei zentralen Fragen der Daseinsvorsorge haben kann.

Das erfolgreiche Volksbegehren zum Erhalt des Klinikums Links der Weser hat bereits deutlich gemacht, dass viele Menschen die geplante Verlagerung und faktische Aufgabe des Krankenhausstandortes im Bremer Süden ablehnen. Wer diese Botschaft dauerhaft ignoriert, riskiert nicht nur Fehlentwicklungen in der Gesundheitsversorgung, sondern auch einen weiteren Vertrauensverlust in politische Entscheidungen.“

Die Initiative weist außerdem darauf hin, dass mit der Übergabe der gesiegelten Unterschriften an das Landeswahlamt am Mittwoch, den 3. Juni 2026, um 10.00 Uhr im Landeswahlamt, An der Weide 14–16 in Bremen, die erste Phase des Volksbegehrens erfolgreich abgeschlossen wird.

„Die Zulassung des Volksbegehrens gegen die geplante Schließung des Klinikums Links der Weser ist damit erreicht. Das ist ein großer Erfolg für alle Bürgerinnen und Bürger, die sich in den vergangenen Monaten engagiert haben.“

Gleichzeitig betont die Initiative, dass das Engagement damit keineswegs endet.

Auch in den kommenden drei Monaten werden weiterhin Unterschriften auf den bekannten Unterschriftenlisten gesammelt. Jede weitere Unterschrift stärkt die politische Legitimation des Anliegens und macht deutlich, dass der Wunsch nach dem Erhalt des Klinikums Links der Weser in der Bevölkerung unverändert groß ist.

„Deshalb bleibt jede Form der Unterstützung sinnvoll und ausdrücklich erwünscht. Wer den Erhalt des Klinikums Links der Weser unterstützen möchte, kann dies auch weiterhin tun.“

Abschließend fordert Roman Fabian die Bremer Regierungskoalition auf, die Entscheidung zur Verschmelzung des Klinikums Links der Weser mit dem Klinikum Bremen-Mitte angesichts der veränderten finanziellen Rahmenbedingungen erneut zu bewerten.

„Die Koalition muss erkennen: Es geht um Gesundheitsversorgung, um Patientinnen und Patienten, um Beschäftigte und letztlich auch um die Glaubwürdigkeit politischer Entscheidungen. Die Zeit spricht heute mehr denn je für die Sanierung und Modernisierung des Klinikums Links der Weser am bestehenden Standort statt für eine teure und risikobehaftete Verlagerung.“

Kontakt

Roman Fabian
Initiative zum Erhalt des Klinikums Links der Weser

Mobil: 0172 8371149
E-Mail: roman.fabian@web.de

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